
Brecht Trio
Tanzen auf dem Vulkan

Lassen Sie sich mit Musik, Geschichten und Gedichten aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in eine andere Ära entführen. Kabarett, Liederspiel, Chansons und Musicals aus dem Goldenen Zeitalter.
Aufführungen
Eternal Road
16.01.2026 - Leiden - Leidse Salon
27.02.2026 - Berlin - privat
28.02.2026 - Dessau - Kurt Weill Fest
31.05.2026 - Veghel - Noordkade
16.02.2027 - Maastricht - Theater aan het Vrijthof
27.07.2027 - Grünberg - Barfüßerkloster
Unsere Geschichte
Das 2016 gegründete Brecht Trio besteht aus der Sängerin und Performerin Kikki Géron, dem Akkordeonisten Leo van Lierop und der Pianistin Dorrit Bauerecker. Das Ensemble hat sich auf gesellschaftskritische und gesellschaftskritische Musik im Kabarettstil spezialisiert, insbesondere von Komponisten, die eng mit Bertolt Brecht zusammenarbeiteten, wie Kurt Weill und Hanns Eisler. Das Trio spielt außerdem populäre Musik aus Deutschland der 1930er-Jahre und widmet sich gelegentlich französischen Chansons, klassischen Liedern und Broadway-Musicals des Goldenen Zeitalters.
Im Jahr 2025 führte das Trio seine komplette Produktion von „Die Rundköpfe und die Spitzköpfe“ (Eisler/Brecht) sowohl beim prestigeträchtigen Kurt Weill Fest in Dessau als auch im Muziekgebouw aan 't IJ in Amsterdam auf. Im Jahr 2022 präsentierte das Brecht Trio die Produktion Eternal Road – der immer ewige Weg von Kurt Weill, ein Liedprogramm nach eigenem Konzept in Zusammenarbeit mit Opera Zuid und den Théâtres de la Ville de Luxembourg. Zuvor, im Jahr 2019, spielten sie mehrere Lieder aus Die Rundköpfe und die Spitzköpfe während der Amsterdamer Eislerdagen und bei NPO Klassiek (ehemals Radio 4).
Sowohl die Besetzung des Trios als auch die inhaltliche Ausrichtung seines Repertoires sind in der niederländischen Musiklandschaft einzigartig. Vergangene Konzerte erhielten viel Lob von Kennern und Musikliebhabern, die den besonderen künstlerischen Ansatz und die Repertoireauswahl des Trios sehr schätzen.
Die Rundköpfe und die Spitzköpfe
nach Bertolt Brecht in einer Fassung von Joep Hupperetz
Musik von Hanns Eisler in einer Bearbeitung von Leo van Lierop
Das Theaterstück Die Rundköpfe und die Spitzköpfe bleibt auch nach fast 100 Jahren
erschreckend aktuell. Das Brecht Trio bringt das selten gespielte Stück jetzt in einer
Adaption für kleines Ensemble auf die Bühne.
Es spielt im fiktiven Land Yahoo, wo der Konflikt zwischen Arm und Reich in einen „Rassenkampf“ umgelenkt wird: Runde Köpfe gelten als gut und vertrauenswürdig, spitze werden als hinterlistig und geizig herabgewürdigt. Brecht schrieb das Stück im Exil in Dänemark, geprägt von den Erfahrungen der Weimarer Republik, in der trotz kultureller Blüte, Ausgelassenheit und Freiheit die gesellschaftliche Polarisierung immer weiter zunahm und durch den Aufstieg des Faschismus
experimentelle Kunst – darunter auch die Werke Brechts und Eislers – als Entartete Kunst diffamiert wurde. Brecht zeigt mit diesem Stück warnend auf, wie wirtschaftliche Ungleichheit in Rassenhass umgeleitet werden kann.
Eislers Kompositionen kombinieren Elemente traditioneller Volksmusik mit modernistischen Einflüssen. So dient die Musik nicht nur der Unterstützung des Textes, sondern auch als kritischer Kommentar zu den Ereignissen auf der Bühne. Nach mehreren, oft zensurbedingten Umarbeitungen wurde das Stück 1936 in Kopenhagen uraufgeführt. Trotz gemischter Reaktionen regte es wichtige Diskussionen an – ein Potenzial, welches auch heute nicht an Relevanz verloren hat. Koproduktion mit Music Stages/Amsterdam, in Zusammenarbeit mit Opera Zuid/Maastricht, gefördert von den Kulturämtern der Stadt Köln und Duisburg sowie der Jeanne d’Art Kulturstiftung Inhaber der Aufführungsrechte: Suhrkamp Verlag AG Berlin
Produktionsteam
Regie - Kirsten Burger
Textbearbeitung, Dramaturgie - Joep Hupperetz
Bühne, Kostüm - Lobke Houkes
"... Ihre Interpretation von „Die Rundköpfe und die Spitzköpfe“ im Bauhaus Dessau war in jeder Beziehung exzellent. Die innovative Musik Eisler’s und die scharfzüngige Systemkritik Brecht’s wurde von Ihnen auf begeisternde Art und Weise umgesetzt..." - Gerard Kämpfe, Kurt Weill Fest



Eternal Road
Wie fühlt es sich an, nie irgendwo ganz anzukommen?
Als Mensch und als Künstler niemals wirklich landen zu können?
Ein 30-jähriger Mann verlässt überstürzt seine Heimat und kehrt nie zurück … Welchen Weg hat er eingeschlagen und wem ist er unterwegs begegnet? Was bedeutet es, irgendwo neu anzufangen? Wie viel Mühe kostet es, sich als Künstler ein Netzwerk aufzubauen, nur um dann alles wieder von vorne beginnen zu müssen? Was macht es mit einem Menschen, vom Tellerwäscher zum Millionär und wieder zurück zu werden, während er gleichzeitig nicht weiß, ob seine Lieben noch leben?
Kurt Weill, ein jüdischer Komponist aus Dessau, dessen Schaffen sich in zwei Phasen unterteilen lässt: Er erlebte eine glänzende Karriere in Deutschland und zählte zu den Pionieren des Goldenen Zeitalters des Musicals in Amerika. Während sein deutsches Werk vorwiegend aus sozialkritischen Stücken mit einem genuin europäischen Kompositionsstil bestand, orientierte er sich in seiner Musik an den Klängen der amerikanischen Popmusik und stand an der Schwelle zum Broadway-Musical.
In diesem inszenierten Liederabend zeigen wir Weills Lebensweg und seine Musik, die seine Geschichte für immer nachklingen lassen werden.
Eternal Road ist eine Koproduktion von VIA ZUID, Les Théâtres de la Ville de Luxembourg und Opera Zuid.
Regie: Annemiek van Elst
Dramaturgie: Joep Hupperetz




Kikki Géron
Zang & Spel
(*1993) hat sich in den letzten Jahren im In- und Ausland als Brecht-Interpretin und -Schauspielerin einen Namen gemacht. 2022 schuf sie „Eternal Road“, eine Produktion über das Leben von Kurt Weill. 2021 spielte sie Anna I. in „Die sieben Todsünden“ in Amsterdam. Außerdem entwickelte sie gemeinsam mit dem Katharsis Kollektiv das Stück „Gastfrau – Zwischen Heim und Weh“. Sie ist Mitglied der Band Bluegrass Cash, mit der sie Lieder von June Carter interpretiert und in ganz Deutschland auftritt. https://www.kikkigeron.nl/

Leo van Lierop
Accordeon
(*1991) gilt als einer der führenden Botschafter des Akkordeons und des Akkordeonorchesters. Er studierte Akkordeon und HAFA-Dirigieren am Fontys-Konservatorium in Tilburg. Als Solist und Kammermusiker gab er zahlreiche Konzerte im In- und Ausland. Neben seiner Tätigkeit als Akkordeonist und Arrangeur für das Brecht Trio bildet er ein Duo mit einem Flötisten und spielt im Tango-Ensemble Sexteto Requerdo. Van Lierop ist zudem als Dirigent aktiv und leitet derzeit sechs Akkordeonvereine in den Niederlanden.

Dorrit Bauerecker
Piano
Dorrit Bauernecker (*1973) ist Pianistin und Akkordeonistin. Die vielseitige Virtuosin setzt in ihren Auftritten auch andere Instrumente und ihre Stimme ein. Als Interpretin hat sie Ausdrucksmöglichkeiten jenseits des rein Musikalischen entdeckt. Sie interessiert sich besonders für Aufführungsformate und -prozesse, die als Brücke zwischen Genres und Umgebungen dienen können. Ihr jüngstes Soloalbum „ONE WOMAN BAND“ wurde mit dem Bayerischen Rundfunk aufgenommen und von Kaleidos Musikeditionen veröffentlicht. https://www.dorritbauerecker.de/